Bodenheim braucht ein neues Kinderbetreuungskonzept!
Bodenheim ist eine wachsende Gemeinde. Es gab und gibt Neubaugebiete, die dafür sorgen, dass in der Regel junge Familien mit Kindern hinzuziehen. Diese Kinder befinden sich auch in der Regel in einem Alter, welches eine ganztägige Betreuung und Beaufsichtigung erfordert.
Leider ist die derzeitige Situation in Bodenheim die, dass es weder eine Krippe für Kinder unter 3 Jahren gibt, noch ist für eine ausreichende Zahl an Betreuungsplätzen für die über 3-jährigen, zumindest in einem hinreichenden zeitlichen Fenster (z.B. Ganztagsplätze), gesorgt. Das setzt sich in der Zahl der zur Verfügung stehenden Hortplätze fort.
Ein hinreichendes, oder sogar vorbildliches, Gesamtkonzept ist nicht erkennbar. Deshalb fordern wir, dass gerade in diesem Bereich massiv „aufgerüstet“ wird. Zu einem familienfreundlichen Bodenheim gehört aus unserer Sicht vor allem auch ein Umfeld, welches den unterschiedlichen Generationen angemessen Rechnung trägt. Und die Generation, auf deren Schultern unser aller Zukunft lasten wird, sollte (gerade) nicht vernachlässigt werden. Zu optimalen Startbedingungen gehört eben auch eine gute vorschulische Betreuung.
Zur Situation der Kinder unter 3 Jahren:
Private Tagesmütter und Einrichtungen wie der „Sternenhimmel“ sind eine ehren- und lobenswerte Sache und verdienen großen Respekt, gerade auch weil hier großes persönliches Engagement dahinter steckt. Der Aufwand wird teilweise kaum von den Einnahmen gedeckt. Trotzdem bedeutet diese Art der Betreuung für viele Familien ein Nullsummenspiel, weil hier die Leistungen (auf Stundenbasis berechnet) mit dem bezahlt werden, was durch das zweite Einkommen netto (!) hinzukommt.
Bei Tagesmüttern kommt noch hinzu, dass der Ausfall durch Krankheit, Urlaub etc. abgefangen werden muss. Es kann jeder nachvollziehen, dass dies oft ein sehr schwieriges Unterfangen ist.
Dass in Bodenheim noch nicht hinreichend auf die lange bekannte neue Gesetzeslage reagiert wurde, die einen Betreuungsanspruch für Kinder ab 2 Jahren ab dem Jahr 2010 vorsieht, bestätigt die Kurzsichtigkeit der Vergangenheit und bestärkt uns auf unserem Kurs.
Wir fordern deshalb eine professionelle Betreuung aller Kinder unter 3 Jahren. Die Gemeinde darf sich nicht auf private Initiativen verlassen, sondern muss hier proaktiv handeln. Private Einrichtungen sind sinnvoll und wichtig, sie allein dürfen aber nicht die Betreuung sicherstellen. Denn die Betreuung muss bezahlbar und kalkulierbar sein.
Zur Situation der Kinder über 3 Jahren:
Bei Kindern im Kindergartenalter gibt es das Problem, dass wenig Ganztagsplätze abgeboten werden. Der Bedarf ist höher als das Angebot - es muss deshalb sofort eine Ausweitung des Angebots erfolgen.
Bei den Halbtagsplätzen ist für arbeitende Eltern Eile geboten, wenn das Kind um 12:00 Uhr (oder besser noch um 11:50 Uhr!) abgeholt werden muss. Was das bei einer täglichen Arbeitszeit von 4 Stunden bedeutet, kann sich jeder ausmalen, wenn auch noch Fahrtzeiten berücksichtigt werden müssen. Es sollte deshalb auch über die Zeitfenster der Halbtags- und Ganztagsplätze nachgedacht werden
Zur Situation der Kinder im Grundschulalter:
Was schließlich die Betreuung der Kinder im Grundschulalter betrifft, so sind die vorhandenen Hortplätze nicht ausreichend und flexibel genug. Es muss schleunigst eine Ausweitung des Angebots erfolgen, gerade im Hinblick auf die zu erwartenden Bedarfe.
Es muss ein klares Raumkonzept vorliegen, denn ohne räumliche Vergrößerung wird es nicht gehen. Wann ist der geplante Neubau Leidhecke fertiggestellt? Welche Übergangslösungen gibt es bis dahin? Welches Budget steht bereit?
Warum machen es andere Gemeinden besser als Bodenheim? In Harxheim gibt es inzwischen zur Zufriedenheit aller, ein integriertes Konzept aus Kinderkrippe, Kindergarten und Hort.
Fazit:
Zur Vergrößerung einer Gemeinde gehört nicht nur die Vermehrung von Bauland, sondern vor allem auch die Anpassung der notwendigen Infrastruktur. Warum will nicht Bodenheim sogar Vorreiter sein und hier mit gutem Beispiel vorangehen? Initiativen werden von Kreis, Land und Bund mit allen Kräften unterstützt. Warum können hier nicht jenseits von parteitaktischen Manövern prakmatische bürgernahe Lösungen umgesetzt werden?
Junge kaufwillige Familien erkundigen sich schon vor dem Kauf über die vorhandene Infrastruktur vor Ort. Im Zweifel wird ein anderer Ort gewählt, der weniger attraktive Grundstücke bietet, dafür aber ein hervorragendes infrastrukturelles Umfeld. Schließlich wirken auch Empfehlungen innerhalb des Bekanntenkreises auf die Umzugspläne von jungen Familien. Es ist heute üblich, sich vorher genau über den zukünftigen Lebensmittelpunkt zu erkundigen, bevor man eine so wichtige Entscheidung trifft.
Und im Moment spricht im Bereich Kinderbetreuung nicht so viel für Bodenheim. Das wollen wir ändern.














